Blog für: Personal / Studium / Karriere

#Studium

5 Insidertipps für schnellere Hausarbeiten

Kennst Du das? Eigentlich wolltest Du Dich schon lange der anstehenden Hausarbeit widmen, doch immer wieder kommen andere wichtige und unwichtige Sachen dazwischen… Die Zeit rennt!

Willst Du wissen, wie Du diese wenige Zeit effizient nutzt, so dass Du ein besseres Ergebnis erzielst? Dann bist Du hier genau richtig!

Zuerst: Warum ich diesen Artikel veröffentliche?

Glaub mir, das geht nicht nur Studierenden so, sondern auch die meisten Eurer Betreuungspersonen kennen Zeitdruck bei der Abgabe wissenschaftlicher Texte! Die hier dargestellten Hinweise speisen sich somit aus den folgenden Quellen:

  • Meine eigenen Erfahrungen aus vielen Jahren beim Erstellen von wissenschaftlichen Texten mit – wie immer! – viel zu nahen Deadlines
  • Meine persönlichen Erfahrung bei der Betreuung einer Vielzahl von Studierenden. Zeitdruck und unstrukturiertes Arbeiten sind eine fiese Mischung, wenn man sich die Ergebnisse anschaut.
  • Eine Auswahl an von mir getesteten und vor allem kurzen YouTube-Tutorials, die die technischen Aspekte erklären


Hältst Du Dich also an die unten ausführlich dargestellten Tipps, erhöhst Du die Chance einer besseren Note:

  1. Die Struktur ist das A und O!
  2. Nutze diese Struktur als Basis für ein Arbeitsdokument!
  3. Kopiere Ideen, Textstellen und Quellen in dieses Arbeitsdokument
  4. Nutze automatische Verzeichnisse!
  5. Lass die Finger von Citavi und Co (wenn Du damit keine Erfahrung hast)


(Wie Du Deine Note optimieren kannst, wenn Du am Ende noch etwas Zeit übrig hast, erfährst Du übrigens hier: 6 Insidertipps für erfolgreichere Hausarbeiten)

1. Die Struktur ist das A und O!

Eine gute Gliederung macht 20% des Eindrucks Deiner Arbeit aus. Für den Anfang lohnt sich eine Gliederung mit 2 Ebenen. Unterkapitel müssen aber nicht in jedem Abschnitt vorkommen. Wenn Du eine Ebene tiefer gehst, dann achte darauf, dass Du immer mindestens zwei Unterkapitel pro Überschrift hast.

Es lohnt sich, Überschriften und Unterkapitel kurz mit Deiner Betreuungsperson abzustimmen. Die meisten freuen sich, wenn Sie von Dir einen Vorschlag zum Aufbau erhalten und kurz Feedback geben können. Denn sie wissen auch, dass sich gut gegliederte Arbeiten viel leichter korrigieren lassen.

2. Erstelle ein Arbeitsdokument

… in Deinem Textverarbeitungsprogramm. Am verbreitetsten ist die Microsoft Office-Familie mit dem Produkt MS Word. Das Tool ist in der Wirtschaft immer noch dominierend, kann am meisten und ist für Studierende oft kostenlos über die Hochschule erhältlich.

Von Experimenten mit Open Office, Google Docs etc. rate ich Dir bei Zeitdruck ab – Du zahlst den Preis später durch Inkompatibilität, Formatierungsschwächen, weniger Funktionen und zeitraubende Nacharbeiten. Wenn Du allerdings Zeit und Interesse daran hast, Dich damit auseinander zu setzen: gerne.

Schreibe nun den Titel Deiner Arbeit auf die erste Seite. Nutze einen Seitenumbruch (Kurzes YouTube-Tutorial), schreibe „Verzeichnisse“ auf die zweite Seite und nutze einen weiteren Seitenumbruch.

Kopiere nun Deine Struktur in dieses Dokument. Formatiere die Überschriften, indem Du die Autoformatierung nutzt (Bestes und kürzestes YouTube-Tutorial – nicht vom Titel und der lahmen Stimme ablenken lassen).

Die Oberkapitel werden markiert und formatiert mit der „Überschrift 1“, die Unterkapitel mit der „Überschrift 2“. Mit „Enter“ kannst Du mit Absätzen schon einmal ein bisschen Platz für Tipp 3 unter den jeweiligen Überschriften freiräumen.

3) Kopiere Ideen, Textstellen und Quellen in das passende Kapitel

Ganz wichtig: Vergiss die jeweilige Quelle und Seitenzahl nicht! Dafür reicht in der Regel ein Link – die Formatierung muss hier noch nicht perfekt sein, das passt Ihr am Schluss an.

Viele Studierende vergessen diesen Schritt und versuchen nach Fertigstellung eines Textes noch aus dem Kopf ihre Quellen zu ergänzen bzw. überhaupt irgendwelche Quellen anzugeben. Das kostet unnötig Zeit, führt zu Zitierfehlern und wird vom Zeitaufwand meist unterschätzt, so dass es zu teilweise massiven Qualitätsmängeln kommt – oder ihr reißt halt die Deadline.

4) Nutze automatische Verzeichnisse und Funktionen

Wer hat nicht schon geflucht, weil sich Seitenanzahlen verschoben haben, Bilder oder Fußnoten dazukamen – weil man dann alles wider von vorne anpassen muss… Muss? Nein, nicht unbedingt! Ihr spart deutlich Zeit und Nerven, wenn Ihr die automatischen Verzeichnisse nutzt.

Zugegeben, MS Word ist nicht unbedingt selbsterklärend. Das liegt aber nicht nur daran, dass es keine Apple-Software ist, sondern dass es eben eine große Vielfalt mächtiger Funktionen hat. Welche für viele meiner Studierenden (aber auch einige meiner Professor*innen-Kollegen :)) anscheinend zu schwer zu finden sind.

Ich zeige Dir hier die drei Funktionen, die für Dich die meiste Zeit einsparen (ich werde dazu in Zukunft noch gesonderte Blogartikel verfassen):

Automatisches Inhaltsverzeichnis

Klar kannst Du das auch selber machen – dann sieht es aber eben auch so aus. Falls Du an die Autoformatierung gedacht hast (siehe oben), kannst Du ganz einfach ein dynamisches Inhaltsverzeichnis erstellen lassen – mit drei Klicks!

Gehe auf Deine zweite Seite im Arbeitsdokument, klicke rein, suche im Navigationsbereich oben den Bereich „Referenzen“ und dort dann „Inhaltsverzeichnis einfügen“.

Jetzt musst Du nie wieder Seitenzahlen anpassen, Zahlen einrücken, Absätze schieben, fluchen, Zeit vergeuden… Hier nochmal das YouTube-Tutorial dazu.

Automatisches Abbildungsverzeichnis

Dasselbe gilt für Deine Abbildungen. Deine Bilder müssen eh ordentlich benannt werden. Warum dann nicht gleich MS Word für Dich arbeiten lassen und die Bilder in ein dynamisches Verzeichnis überführen?

Rechtsklick auf das Bild –> „Beschriftung einfügen“. Hier einen aussagekräftigen Namen eingeben. Gehe dahin, wo das Abbildungsverzeichnis hin soll, klicke an die Stelle im Arbeitsdokument, suche im Navigationsbereich oben den Bereich „Referenzen“ und dort dann –> „Abbildungsverzeichnis einfügen“, durchklicken, fertig!

(Hier ist ein wunderbar kurzes YouTube-Tutorial – Achtung, statt „Verweise“ heißt der Navigationsbereich mittlerweile meist „Referenzen“).

Tipp: Wenn Du vorher nicht ordentlich die „Beschriftung einfügen“-Funktion genutzt hast, erscheint bei Autoverzeichnis nichts.

Automatische Fußnoten

Klar geht das auch, indem Du ganz zum Schluss mit Absätzen Platz schaffst und dann unten mit kleinerer Schrift und hochgestellten Ziffern so eine Art Selfmade-Fußnoten erstellst. Superidee, oder?

Nein! Weil: Sieht nie professionell aus, bei jeder Änderung musst Du alles wieder händisch anpassen, jede zusätzliche Anpassung im Schriftbild zerschießt Dir mit 100%iger Sicherheit alles, so dass Du von vorne anfängst. Dieses Vorgehen ist ein fieser Zeitfresser und Frustfaktor.

Nutze daher automatische Fußnoten. Du klickst dafür hinter das Wort bzw. den Satz im Text, wo die Fußnote dran soll. Dann gehst Du im MS Word Navigationsbereich oben in den Bereich „Referenzen“ und dort dann –> „Fußnote einfügen“. Fertig. Das ist so einfach, dass Du noch nicht einmal ein Tutorial brauchst, oder? (Na gut: –> Tutorial).

5. Lass die Finger von Citavi und Co (wenn Du damit keine Erfahrung hast)

Klar, diese kleinen Helferlein können Dir eine Menge Stress und Aufwand ersparen – wenn Du sie denn richtig einsetzt! Diese Tools wollen aber richtig bedient werden, denn ansonsten läufst Du Gefahr, Dir einen vermeidbaren Mehraufwand zu schaffen.

Was spricht gegen den Einsatz dieser Tools bei Zeitdruck:

  • Die Installation kann unter Umständen fummlig werden – Du wirst von Deiner Arbeit abgelenkt.
  • Diese Tools sind NICHT selbsterklärend, vor allem wenn man noch kein Profi im wissenschaftlichen Arbeiten ist! Das Einarbeiten kostet Dich zusätzliche Zeit, lenkt Dich von Deiner Arbeit ab.
  • Nicht für jede Art verwendeter Quelle gibt es eine klare Logik
  • Du wirst immer noch Fehler machen – und diese Tools vervielfachen Deine Fehler (denn Sie denken nicht mit).

Was passiert in vielen Fällen? Im Ergebnis steckst Du mehrZeit in das Tool und die Berichtigung der dadurch verursachten Fehler, als es Dir erspart . Bzw. Du bemerkst Deine Fehler gar nicht, weil Du ja ein tolles Tool verwendet hast…

Daher mein Expertentipp: Wenn Du es eilig hast und es sich „nur“ um eine Hausarbeit handelt, empfehle ich Dir die gute alte Handarbeit. 10-20 Quellen bekommst Du locker anhand der in Deinem Fach geltenden Zitationsrichtlinien formatiert. Das ist zwar ein bisschen Gefummel, aber in der Summe vermeidest Du Fehler, Frust – und vor allem zeitfressende Nacharbeiten.

Fazit: Beachtest Du diese 5 Insidertipps für schnellere Hausarbeiten, holst Du mehr aus Deiner wenigen Zeit und arbeitest effizienter! Du wirst nicht nur entspannter, sondern kriegst auch bessere Noten.

  1. Peter Konhäusner

    Super Artikel, Johannes. Vielen Dank! Allerdings muss ich kritisch anmerken, dass ich Citavi und andere Tools nur empfehlen kann: Natürlich braucht es Einarbeitung, aber ist erstmal die Einarbeitung gelungen, erleichert es die Arbeit für Studierende unheimlich und verdeutlicht unter anderem den Mehrwert und die Wichtigkeit von Zitaten. Ich habe mehrere Studierende erlebt, die anfangs mit den Tools Probleme hatten, aber dann – wie im Berufsleben üblich und gefordert – dran geblieben sind, sich durchgebissen haben und dann wirklich langfristig (auch bei BA und MA) davon profitiert haben. Bin auf den nächsten Artikel gespannt!

    • Kommentar des Beitrags-Autors

      Johannes Kirch

      Danke für Deinen Kommentar, Peter! Ja, das ist genau der Punkt! Langfristig zahlt sich die Beschäftigung mit Zitationssoftware auf jeden Fall aus. Bei Hausarbeiten liegt der Vorteil deutlich auf der Hand:

      – Ich übe für die Bachelor- bzw. Masterarbeit.
      – Ich lerne aus den Fehlern, die ich bei meiner Hausarbeit mache.
      – Notenabzüge bei einer Hausarbeit sind eher verschmerzbar als bei der Abschlussarbeit.
      (- ich lerne eine Software kennen und lerne zu lernen)

      Bei Zeitdruck kommt es eben leider häufiger dazu, dass die Studierenden den Zeitaufwand unterschätzen, den diese Tools verlangen, um sich einzuarbeiten. Und sie unterschätzen, dass es manchmal Nachbereitungsaufwand gibt. Das Ergebnis ist dann halt oft schlechter, als ohne die Software.

      Insofern sollte der Tipp eigentlich sein: Nimm dir von Anfang an genug Zeit für deine wissenschaftliche Arbeiten! Plane genug Zeit dafür ein, dich mit einer Zitationssoftware auseinanderzusetzen, das kann insgesamt mehrere Tage (bzw. besser Anläufe) dauern, je nachdem wie schnell du dabei bist. Vertraue den Tools nicht blind. Schaue Dir unbedingt das Ergebnis an und plane Zeit zur Überarbeitung / Anpassung ein. Dann wirst du deutlich bessere Ergebnisse haben – und unter dem Strich auch merkbar Zeit sparen.

Schreibe eine Antwort